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OBST Almanach des Jahres 2006

OBST Almanach des Jahres 2006

1 On Every Street
1991 5'53
Musik/Text: Mark Knopfler
Arrangement 2004: Bonnen/Gaida-Hartmann
Aufnahme 2004: Gaida-Hartmann/Deistler
Mix: Gaida-Hartmann/Deistler/Bonnen
Gesang: Malu Paul
Altsaxophon: Olaf Reddemann
Gitarre: Robby Groß
Keyboards/Rhythmusarrangement: Dietmar Bonnen/Ernst Gaida-Hartmann unter Verwendung eines Samples aus »Allah Rabih Black Page«

2 Ströme
2005 6'23
Musik: Dietmar Bonnen/Andreas Schilling
Text: Peter Rühmkorf
Aufnahme/Mix 2005 im »Nagel Studio Gilbachstr. 11«: Schilling/Bonnen
Stimme: Peter Rühmkorf
Kontrabass/Stimme: Andreas Schilling
Präpariertes Piano: Dietmar Bonnen
Schlagzeug: Tom Gerke, Michael Pape

3 Finistère
2002 5'24
Musik: Alexei Aigui
Aufnahme live im »Loft« 1.4.2005: Gagga Deistler
ENSEMBLE 4'33''
Violine: Alexei Aigui
Trompete: Andrei Goncharov
Posaune: Raphael Lemaire
Piano: Dietmar Bonnen
Gitarre/Elektronik: Phil Reptil
Bass: Sergei Nikolsky
Schlagzeug: Bertrand Perrin

4 Alone
1999 3'19
aus dem Film »Hin und weg« von Hanno Brühl
Musik: Andreas Schilling
Aufnahme 1999 im »Sound Studio N«: Günther Kasper ·
Gesang: Daniel Brühl CHESTER Gitarre/Hintergrundgesang: Olaf Didolff
Bass: Jörg Didolff
Solo-Gitarre/Keyboard/Hintergrundgesang: Frederic Latz
Schlagzeug/Hintergrundgesang: Daniel Enderer

5 Interferenz mit einem Glühwürmchen
2002 7'44
Musik: Andreas Gilgenberg
Aufnahme 2002 in der Martin-Luther-Kirche, Köln: Götz Bürki
Mix: Andreas Gilgenberg
TALKING HORNS
Altsaxophon: Andreas Gilgenberg
Tenorsaxophon: Bernd Winterschladen
Posaune: Achim Fink
Tuba: Richard Hellenthal

6 Cascando
2005 5'02
Musik: Dietmar Bonnen/Andreas Schilling
Text »writing through beckett's cascando«: Ignaz Knips
Aufnahme/Mix 2005 im »Nagel Studio Gilbachstr. 11«: Schilling/Bonnen
Stimme: Alan Bangs
Kontrabass: Andreas Schilling
Piano: Dietmar Bonnen

7 Marilou sous la neige
1976 1'43
Musik/Text: Serge Gainsbourg
Aufnahme 2003 im »Loft«: Gagga Deistler ·
Gesang/Piano: Dietmar Bonnen

8 Tiefe Mitternacht
2005 2'50
Musik: Ulrike Haage
Aufnahme 2005 im Studio von Pi-hsien Chen, Bergneustadt: Wolfgang Denhoff
Piano: Susanne Kessel

9 Snegurotschka
2001 6'20
mit freundlicher Genehmigung von SoLyd records, Moskau
Musik: Dietmar Bonnen
Text: Daniil Charms
Aufnahme 2004 im »Loft«: Gagga Deistler
Mix: Deistler/Bonnen
RUSSISCH-DEUTSCHES KOMPONISTENQUARTETT
Violine/Stimme: Alexei Aigui
Viola/Stimme: Manfred Niehaus
Toy Piano: Ivan Sikolov
Perkussion, Anrufbeantworter: Dietmar Bonnen
Schlagzeug:  Tom Gerke

10 Sign On A Window
1970 3'02
aus dem Hörspiel »Dylan denken« von Theo Roos und Günther Janssen
Musik/Text: Bob Dylan
Aufnahme 2001: Günther Janssen
Stimme/Klavier: Elfriede Jelinek
Keyboards/Bass: Günther Janssen
Gesang/Gitarre: Theo Roos

11 Allah Rabih Black Page
1998 13'36
Musik: Dietmar Bonnen
Aufnahme 2004 im »Loft«: Gagga Deistler
Schlagzeug: Michael Pape (Solo 1), Tom Gerke (Solo 3)  
Perkussion: Dett Heidkamp (Solo 2)
Berlin-Hbf- Soundscape: Michael Rüsenberg

12 Nachtlied
2004 7'29
Musik: Dietmar Bonnen
Text: Friedrich Nietzsche bearbeitet von Theo Roos
Aufnahme 2004 im »Loft«: Gagga Deistler
Stimme: Theo Roos 
Gesang: Malu Paul  
Orgel/Gesang: Dietmar Bonnen
Altsaxophon: Olaf Reddemann
Gitarre: Robby Groß
Becken:  Tom Gerke
Bass- und Schnarrtrommel: Michael Pape
Ginza: Dett Heidkamp

 
Konzeption und Kompilation: Dietmar Bonnen
Mastering: Gagga Deistler
Design: Peter Hölscher
DDD GEMA c+p OBST 2005 •
TT: 68'47
Mit freundlicher Unterstützung von Stefan Deistler und Umbra Design

OBST-Almanach 2006: Reden ist Silber, Tönen ist Gold

Wieder vereint der OBST-Almanach 2006 zwölf erlesene Erstveröffentlichungen.

Die Worte von Daniil Charms oder Ignaz Knips etwa sind karg oder scheinbar sinnlos; worauf es ankommt sind die Anklänge und Zwischentöne. So sinniert der ausgezeichnete Dichter Peter Rühmkorf über das Alter in »Damals als wir die großen Ströme noch« und die Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek über ihren Fernsehkonsum unter Bob Dylans »Sign on a window«. Zu hören ist hierbei auch die einzige Aufnahme der Pianistin Elfriede Jelinek.

Rockpalast-Legende Alan Bangs spricht »Writing Through Beckett’s Cascando« und »Good bye, Lenin«-Star Daniel Brühl singt das Grunge-Stück »Alone« von Andreas Schilling aus dem Film »Hin und weg«. Gut bei Stimme sind aber auch Malu Paul in einem Cover des Dire Straits-Klassikers »On every street« und Dietmar Bonnen in einem Chanson von Serge Gainsbourg.

Als Pianist wirkt Dietmar Bonnen im ENSEMBLE 4’33 mit und als Komponist bezieht er sich mit „Black Page“ im Schlagzeugtrio »Alla Rabih« auf einen Scherz Frank Zappas über ein Notenblatt, das so mit schwarzen Punkten übersät ist, dass seine Farbe von Weiß nach Schwarz kippt. Die Komponisten Manfred Niehaus und Alexei Aigui, schließlich Mitglieder des RUSSISCH-DEUTSCHEN KOMPONISTENQUARTETTS, quatschen Bonnen eine schier unglaubliche Geschichte auf den Anrufbeantworter.

Geschichten erzählen sogar die Instrumentalstücke: Die »Interferenz mit einem Glühwürmchen« der Quasselstrippen TALKING HORNS wirkt sehr beredt. Die »Tiefe Mitternacht« besingt die von Susanne Kessel gespielte, satieske Klavierimpression des Rainbird Ulrike Haage.

Der Abgleich von Wort und Ton durchzieht den OBST-Almanach 2006, der vielleicht nicht ganz zufällig mit dem »Nachtlied« schließt, dem ein von Theo Roos bearbeiteter Text Nietzsches zugrunde liegt. Nietzsche sah ja bekanntlich die nicht zuletzt literarische Kategorie Tragödie (griech.-lat. Bocksgesang) auch aus der Musik geboren.

Marcel Jensen

   
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