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FLEISCH – Das Gelbe Album

Das Gelbe Album

14 Jahre Gastromonie

7'36 Bonnen/Schilling

Gagga Deistler: Gitarre
Andreas Schilling: Zapfhahn
Martin. Süsterhenn: Sololöffel
Ernst Gaida-Hartmann: Kunstkopf
Dietmar Bonnen: Koordinator

Der 7. Sinn

5'46 Schilling
Andreas Schilling: Auto, Kontrabässe
Dietmar Bonnen: Auto
Axel Peters: Auto
Ernst Gaida-Hartmann: Kunstkopf

Burano

11'00 Bonnen

Axel Peters: Saxophon
Eckhard Leue: Wasser
Andreas Schilling: Wasser
Gagga Deistler: Wasser

Hausstaubmilben

6'05 Schilling

Andreas Schilling: Sprache, Dirigat
Eckhard Leue: Pauken, Kölschgläser
Ludwig Hegge: Oboe
Gregor Büscher: Oboe
Annette Piel: Fagott
Ruth Krabbe: Fagott

Five

5'00 Cage

Andreas Schilling: Kontrabaß
Dietmar Bonnen: Akkordeon
Ernst Gaida-Hartmann: Minimoog
Gagga Deistler: Gitarre
Axel Peters: Saxophon
Eckhard Leue: Chronometer

Pasolini

9'25 Bonnen

Ernst Gaida-Hartmann: Minimoog
Eckhard Leue: Pauke
Dietmar Bonnen: Heizkörper

Die Nachtwache

28'47 Bonnen

Dietmar Bonnen: Akkordeon
Eckhard Leue: Becken
Ernst Gaida-Hartmann: Dirigat
Streicherkollektiv der Bruder-Klaus-Siedlung, 51067 Köln

Aufnahme: Ernst Gaida-Hartmann
Mix: Gaida-Hartmann/Bonnen
Käse: Bonnen
Notengrafik: Schilling
Lötkolben: Deistler
Fotos: Grohs
Satz: Manfred Voigt

 

Die Topliste der Neue Musikzeitung- Schallplatten- Kritiker für das Jahr 1991
Bereich Jazz/Rock/Pop: FLEISCH Das Gelbe Album

Vegetarier sollten diesen Abschnitt überspringen, denn die Firma heißt zwar OBST, und das Cover zeigt einen Käse (Gouda, uralt), aber die Band nennt sich - wie wohl? - FLEISCH. »Das Gelbe Album« des Kölner Sextetts ist ein weit zäherer Brocken als die vorausgegangenen beiden FLEISCH-Alben. Die sieben Gänge (5'00 bis 28'47), die die Gruppe diesmal auftischt, erfordern neben ausdauerndem Kauen auch einiges an Kopfarbeit, ehe sich dem Hörer die schrägen Kompositionsstrukturen enträtseln. Instrumentalsolisten - wie Keyboarder Ernst Gaida-Hartmann und Gitarrist Gagga Deistler - agieren und reagieren in einem und auf einen imaginären Geräuschraum - in »14 Jahre Gastromonie« klappern Besteck und Geschirr, im »7. Sinn« schlagen Autotüren und röhren Motoren. Zum Ohrenschmaus für strapazierfähige Audiophile werden die Hörbilder unter dem Kopfhörer durch die effektiv eingesetzte Kunstkopftechnik. Über der Avantgarde-Veranstaltung schwebt als guter Geist der elder statesman der amerikanischen Experimentalmusik, John Cage, dessen fünfminütiges »Five« (1988) hier erstmals auf Platte erscheint. Dem Makrobiotiker Cage, der zugibt, daß ihn traditionelle, sprich: rhythmisch-melodisch organisierte Klänge in den Ohren schmerzen, würde dieses tierische Menü sicher munden. Alle anderen Müslis sind gewarnt.

Albrecht Piltz
Keyboards 6/90

The composers Bonnen and Schilling mix together street traffic noise, lush strings, art-rock, electric circuit, weirdly twisted popsongs and beer-drinking sing-alongs.

Moskow Tribune 10/94

Wassergeräusche, Autos, Heizkörper und Konventionelles, Musik von anderen Ufern, intensiv nachgelauscht, in allem mutig. Kein »E« oder »U«, Durchbrechen von Schranken, provozierend. - »That's all«, said Hupty Dumpty.

Neue Musikzeitung 4/91

Der Schriftzug des Labels OBST befindet sich auf einer Wurst, die Gruppe heißt FLEISCH und das Cover der jüngsten Produktion zeigt einen Käse. Die Kölner Band um die Komponisten Dietmar Bonnen und Andreas Schilling begibt sich eher auf abenteuerliche Klangreisen, bei denen Umweltgeräusche gleichberechtigt bzw. als kompositorisches Element einbezogen werden. Wasser plätschert, Kölschgläser klirren, Autos brummen, Türen werden zugeknallt und Sololöffelist Martin Süsterhenn klappert, was das Zeug hält. Wichtig ist auch Aufnahmetechniker Ernst Gaida-Hartmann, der sich mit Kunstkopfeffekten beschäftigt. Weitestgehend fabriziert FLEISCH spannende Space-Sounds, die einem interessanten Film entspringen, der bislang noch nicht gedreht wurde. Kein Zufall, daß die Gruppe die fünfminütige Cage-Komposition »5« spielt, denn schließlich war es jener Cage, der behauptete: »Alles ist Musik!«
Doch welche Art von Musik spielt nun FLEISCH? Jazz? Ganz bestimmt nicht! Neue Musik? Schon eher. FLEISCH-Musik? Auf jeden Fall!

StadtRevue 9/90

Die dritte CD des Kölner Sextetts ist ein ausgeklügeltes Spiel mit akustischen Informationen. Auf den Spuren von John Cage verknüpft »Das gelbe Album« alltägliches Geräuschambiente und improvisierende Solisten. Die sieben dramatischen Klangrätsel tragen Namen wie »14 Jahre Gastromonie« (Special Guest: ein Zapfhahn), »Pasolini« oder »Hausstaubmilben« .Die rheinischen Klangbastler finden ihr Material im Noise Jazz ebenso wie in der Neuen Musik. Szenen mit extremer Dynamik und einige Kunstkopf-Passagen sind speziell für Kopfhörer konzipiert. Musikalisch wird im Verlauf dieser 74 Minuten auch Liebhabern sperriger Klänge einiges abverlangt.

Jürgen Elsässer
stereoplay 7/90

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